Burgunderstraße Haltingen

Für das Grundstück im Ortskern von Haltingen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof, führten wir 2023 eine Machbarkeitsstudie bzgl. der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch. Vorgaben des Bauherrn waren zudem der Erhalt einer stattlichen Atlaszeder und der vorhandenen PKW-Stellplätze mit Überdachung. Bei dem Objekt handelt es sich um ein Zweifamilienhaus aus dem Jahr 1957. Die verschiedenen Möglichkeiten von Aufstockung, Umbau- und Anbaumaßnahmen bis zu Komplettabriss und Neubau wurden mit unterschiedlichen Baukörpern, auch im Hinblick auf die Anzahl der möglichen Wohneinheiten und Wohnfläche untersucht. Aufgrund der Bahnhofsnähe sind auf dem Grundstück vor allem 1- bis 2-Zimmer Wohnungen gefragt.

Eine große Einschränkung für die Planung mit dem Bestand lag darin die statische Struktur und damit den Bestandschutz für das Tragwerk zu erhalten. Da sich das Gebäude in der Erdbebenzone III befindet, wäre mit Verfall des Bestandschutzes eine Ertüchtigung bis zur Gründung des Gebäudes notwendig. Diese Maßnahme war wirtschaftlich nicht darstellbar.

Eine einfache Zweiteilung der beiden Bestandswohnungen kam aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, unter anderem muss die Erschließung komplett neu geschaffen werden, da keine Wohnungstrennung zum Treppenhaus nach heutigen Vorgaben besteht und insgesamt Schall- und Brandschutz nicht mehr den Anforderungen entsprechen.

Dennoch hat die Studie gezeigt, dass sich durch eine Sanierung und Erweiterung die gleiche Wohnfläche generieren lässt, wie bei einem Komplettabriss und Neubau. Dies wurde insbesondere durch die Erleichterungen der LBO bezüglich der Abstandsflächen und Herstellung von Stellplätzen bei Aufstockungen im Bestand begünstigt. Zudem kann durch den Erhalt der massiven Tragstruktur ein wesentlicher Teil der grauen Energie weiter genutzt werden. Erdbaumaßnahmen und Gründungen sind auf den Anbau reduziert, was sich deutlich kostensenkend auswirkt.

Die verschiedenen Fensterformate aus dem Altbau werden beibehalten und mit neuen Formaten ergänzt. Der Anbau wird insgesamt abgesetzt, auf diese Weise ist das frühere Gebäude weiterhin ablesbar. Im Neubau erhalten die Wohnräume großflächige, raumhohe Verglasungen zu den Balkonen und Terrassen.

Die Fassade des Massivbaus ist mit Mineralwolle gedämmt, die Aufstockung in Holzständerbauweise ausgeführt. Die Wärmeerzeugung für Warmwasser und die Fußbodenheizung erfolgt durch eine Wärmepumpe. Die Einzelmaßnahmen zur Energetischen Sanierung werden über das BAFA-Programm gefördert und erreichen näherungsweise KFW 55- Standard.

  • Umbau und Anbau eines Mehrfamilienhauses
  • Auftraggeber: privat
  • BGF: 697 m²
  • Planungszeit: 2023
  • Fertigstellung:  2026
  • Beauftragte Leistungen: LPH 1-8 HOAI